Wege zum Lottogewinn

Besteht Anspruch auf Lottogewinn bei Scheidung?

Veröffentlicht am von Redaktion

Nur der Inhaber des Lottoscheins hat Anspruch auf den Lottogewinn. Der Ehepartner erhält, auch wenn es eine Zugewinngemeinschaft ist, erst einmal gar nichts, da jeder Ehepartner auch eigenes Vermögen erwirtschaften kann. Im Falle einer Scheidung besteht allerdings ein Anspruch auf Zugewinnausgleich. Das bedeutet, dass derjenige, der mehr Vermögen in der Ehezeit erwirtschaftet hat, für Ausgleich sorgen muss. Nach der Trennung wird der Lottogewinn dem Zugewinn zugerechnet. Bei den Zinsen aus der Anlage des Gewinnes sieht es etwas anders aus. Sie werden zwar als Einkommen behandelt. Aber bei der Unterhaltberechnung nicht mehr berücksichtigt.

Im Bürgerlichen Gesetzbuch, in § 1363 wird geregelt, wenn im Falle des gesetzlichen Güterstands der Zugewinngemeinschaft Gütertrennung vorliegt, dass der Lottogewinn zunächst einmal demjenigen zusteht, der mit gespielt hat. Wer sich also mit einem Ehevertrag und Gütertrennung abgesichert hat, braucht keinen Vermögensausgleich zu zahlen. Jeder Ehepartner ist für sich selbst verantwortlich. Der Ehevertrag muss aber notariell verfasst und beglaubigt sein.

Während der Scheidungsphase im Trennungsjahr raten die Anwälte den Mandanten zu einem vorzeitigen Zugewinnausgleich, worin alle Dinge vor dem eigentlichen Scheidungstermin schon geregelt werden. Wenn dieser Zugewinnausgleich vorgenommen wurde, fallen die Gewinne, die im Trennungsjahr erwirtschaftet werden nicht mit in die Zugewinngemeinschaft. Das gilt auch für einen eventuellen Lottogewinn.

Bei einer Scheidung oder während des Trennungsjahres sind aber noch andere Dinge zu berücksichtigen. Durch eine Erhöhung des eigenen Vermögens fällt die Berechnung des Unterhalts für die Kinder, die beim Ex-Partner leben, auch anders aus und kann sich um ein Vielfaches erhöhen, da der Lottogewinn mit berücksichtigt wird. Berechnungsgrundlage sind die Einkünfte. Auf den Ehegattenunterhalt im Trennungsjahr hat der Gewinn aber keinen Einfluss.